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Reisen mit Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen

15 Jahre nach dem Massaker von Srebrenica, 15 Jahre nach dem Abkommen von Dayton ist die Stimmung in Bosnien-Herzegowina von aufgeladener politischer Rhetorik und der Sorge der Bürgerinnen und Bürger vor einem erneuten Konflikt geprägt. Gleichzeitig gibt es erste Signale für Aussöhnung zwischen den Volksgruppen. Wie kann aus Bosnien-Herzegowina ein funktionsfähiger, multiethnischer, multireligiöser Staat werden? Machen Sie sich selbst ein Bild vor Ort:

Bildungsreise Belgrad/ Bosnien und Herzegowina

Samstag, 26. Juni bis Sonntag, 4. Juli 2010

995 € im Doppelzimmer

Details http://www.weiterdenken.de/web/index-573.html

Was hat die EU für SIE erreicht?

© Iosif Szasz-Fabian / Fotolia

Die EU-Kommission bietet ein multimediales Jahrbuch an, das Auskunft gibt, was die EU für die Bürger erreicht hat. Es informiert zu Themen wie Mobiltelefonie, Interneteinkäufe, Umwelt, Verbraucherschutz, Solidarität, Armut etc. Link zum Jahrbuch

 

 

Vom Mitglied zum "Ehemaligen Mitglied"

Mit dem Ausscheiden aus dem Europäischen Parlament, dem ich 2004-2009 angehört habe, endet weder mein europapolitisches Engagement noch mein Interesse an der Arbeit des Parlaments selbst. Die ehemaligen Mitglieder bleiben in Kontakt, unterstützen europapolitische Anliegen... und werden um Beiträge zur europapolitischen Diskussion gebeten. So mein Beitrag für das FMA Bulletin Nr. 28/2009 - hier im deutschen Wortlaut: 

Staffellauf für die Freiheit

Fünf arbeitsintensive, herausfordernde, spannende Jahre liegen hinter mir. Sie fielen in eine Zeit, die im europäischen Kontext Geschichte geschrieben hat. War doch wenige Wochen vor der Wahl 2004 ein Meilenstein mit der Wiedervereinigung der Mittel- und Osteuropäischen Staaten gesetzt worden. Endlich war die fast 60-jährige, widernatürliche Trennung überwunden. Endlich gehörten die Repräsentanten aus Polen, Ungarn, Tschechien, der Baltischen Staaten, der Slowakei und Slowenien zur europäischen Familie. 2007 folgten bekanntermaßen Bulgarien und Rumänien. Das neu gewählte Parlament hat nunmehr am 14. Juli 2009 mit der Wahl des Polens Jerzy Buzek einen weiteren wichtigen Schritt zur Vollendung der Einheit vollzogen. Das ist mehr als ein freudiger Grund sich zu erinnern wie alles begonnen hatte – vor etwa 30 Jahren. An eine Zeit als mutige Menschen aufbegehrten gegen einen so genannten Sozialismus, in der die Diktatur des Proletariats Menschenrechte verweigerte, freiheitliches Denken kriminalisierte, Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit systematisch unterdrückte; der keine freien Wahlen kannte, keine unabhängige Justiz. Der Leidensdruck war so groß geworden, dass die bittere Erfahrung von 1953 in der DDR, von 1956 in Ungarn und von 1968 in der Tschechoslowakei verdrängt wurde , als alles Aufbegehren, aller Widerstand brutal von sowjetischen und eigenen Panzern niedergewalzt worden war. Allerdings- und daran muss immer wieder erinnert werden, war es Anfang der 80er Jahre überhaupt nicht selbstverständlich, dass die Freiheitsbestrebungen in der kommunistischen Welt nicht auch wieder mit militärischen Mitteln unterdrückt werden, wie es das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens im Juni 1989 gezeigt hat.
Um so mehr gilt es, nochmals Dank zu sagen, an die vielen bekannten Persönlichkeiten und die tausenden Unbekannten, die über ihren eigenen Schatten gesprungen sind,  die gegen den zum Himmel schreienden Widerspruch zwischen Theorie und Praxis des Sozialismus aufbegehrten. Sie haben neunen Generationen Mut gemacht, endlich aus der verhängnisvollen europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts zu lernen, die Menschen der Charta 77, der polnischen Solidarnosc-Bewegung, die Bürgerbewegungen und der Kirche in der DDR, die Künstler, Schriftsteller und Intellektuellen in allen sozialistischen Staaten.
Dank gilt natürlich auch den Vorreitern der Helsinki-Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit und nicht zuletzt dem russischen Präsidenten Gorbatschow, der mit „Glasnost und Perestroika“ den Weg geebnet hat, dass Reformideen auch in den Staatsparteien Raum gewannen.
Sich daran immer wieder zu erinnern ist um unserer gemeinsamen Zukunft unerlässlich. Warum? Weil – und auch das gehört zu meinen Erfahrungen der letzten fünf Jahre- es immer noch mental und in der Praxis zu viel Trennendes zwischen Ost und West gibt. Das zeigte sich nicht zuletzt bei den Diskussionen um den Verfassungs- bzw. Reformvertrag. Es gibt noch viele Menschen aus Westeuropa, die noch nie ein Land hinter dem ehemaligen Eisernen Vorhang besucht haben. Der Versöhnungsarbeit  für weite Teile der Bevölkerung und der jungen Generation zwischen Ost und West wurde nach 1989 nicht der gleiche Stellenwert eingeräumt wie nach 1945 z. B. zwischen Westdeutschland und Frankreich. Es bleibt noch viel zu tun! Daher wünsche ich mir für die neue Legislatur des Parlamentes unzählige gute Ideen und Aktivitäten, die den Staffellauf zu einen gesamteuropäischen Raum der Freiheit und des Friedens vollenden –  die Wahl eines polnischen Präsidenten ist nur eine weitere Facette. Schließlich möchte ich auch daran erinnern, dass die Menschen des ehemaligen Jugoslawiens und Albaniens alle ihre Hoffnungen auf die Mitgliedschaft in der europäischen Völkerfamilie setzen. Auch sie gehören dazu und haben europäische Geschichte mitgeschrieben. Auch die tragische der 90- er Jahre. Auch wir tragen dafür Verantwortung.

http://www.formermembers.eu/