Unter Bezug auf Pressemeldungen vom 22.3.2010 (Hälfte der Vogelarten in Sachsen gefährdet) fordert Gisela Kallenbach, umweltpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN dass sich der Freistaat beim Artenschutz stärker engagiert.
„Ich erwarte von Umweltminister Frank Kupfer (CDU), die Verantwortlichen in seinem Hause endlich zur Problemlösung an einen Tisch zu holen. Die konventionelle Landwirtschaft ist eine der Hauptursachen für das beängstigende Artensterben. Kupfer muss die Landwirte in die Pflicht nehmen und für die konsequente Umsetzung der Schutzprogramme sorgen“, ergänzt die grüne Abgeordnete.
„Wenn die Hälfte der Vogelarten in Sachsen als gefährdet gelten, halte ich es für unumgänglich, dass die sächsische Staatsregierung mehr für den Artenschutz tut! Besonders die Vögel der Agrarlandschaft brauchen Hilfe. Von diesen Vogelarten sind sogar zwei Drittel gefährdet,“ erklärt Gisela Kallenbach.
„Die Artenschutzprojekte (für die Bewohner der Agrarlandschaft) werden in Sachsen zu viel langsam umgesetzt. So kann das Aussterben von Kiebitz und Rebhuhn nicht gestoppt werden. Geld für Artenschutzmaßnahmen steht über Förderrichtlinien zur Verfügung, es muss aber eingesetzt werden. Und genau da scheint die Ministerialbürokratie vielleicht angesteckt vom Artensterben etwas fluglahm zu sein“, ärgert sich die Politikerin.
Im November 2008 hatte die Koalition von CDU und SPD im Sächsischen Landtag einen Antrag zum Schutz von Kiebitz, Rebhuhn, Feldlerche und Weißstorch beschlossen. Viel zu zaghaft versucht die Staatsregierung in ausgewählten Modellprojekten nun diese Arten zu schützten. Das genügt aber nicht, denn die Schutzmaßnahmen müssten überall in Sachsen greifen, wo gefährdete Vogelarten den Beistand des Menschen brauchen. Weitere Informationen zu dem Thema finden Sie hier.
Die grüne Landtagsfraktion veröffentlichte Anfang März 2010 einen Tagungsband mit dem Titel „Ist das Artensterben in der Agrarlandschaft noch aufzuhalten? Lösungsansätze für eine naturschutzgerechte und zukunftsfähige Landwirtschaft“ Diese ist in der Fraktion telefonisch unter 0351/4934 814 kostenfrei zu bestellen.